Bauschaden-Atlas Weiden in der Oberpfalz
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Weiden in der Oberpfalz stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Weiden in der Oberpfalz dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Weiden in der Oberpfalz im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt | Renaissance nach den Stadtbränden von 1536 und 1540, ergänzt bis ins 19. Jahrhundert | Geschlossene Bebauung um Oberen und Unteren Markt mit dem Alten Rathaus in der Mitte. Zwei- bis dreigeschossige Giebelhäuser mit Staffel- und Volutengiebeln, verputztes Bruchsteinmauerwerk, Granit an Sockeln und Gewänden, darunter tiefe Gewölbekeller. Mittelalterliche Substanz ist wegen der beiden Stadtbrände kaum erhalten, große Teile stehen unter Denkmalschutz. | Salpeterausblühungen und muffiger Geruch in den Gewölbekellern unter den Giebelhäusern, weil Sohle und Wände nicht abgedichtet sind und die Querlüftung fehlt |
| Rehbühl | 1950er bis 1970er Jahre | Bevölkerungsreichster Stadtbezirk im Nordwesten. Der Stadtteil wuchs in den Jahren des Wiederaufbaus, die Elisabethkirche wurde 1954 für die stark gestiegene Einwohnerzahl geweiht. Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einfamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte, dazu ein Gewerbegebiet und die Porzellanfabrik an der Bahnlinie. | Wärmebrücken an Betonstürzen, Deckenauflagern und Rollladenkästen der Wohnblocks der 1950er und 1960er Jahre, in der Folge Schimmel in den Raumecken |
| Lerchenfeld | Jahrhundertwende und Zwischenkriegszeit, ergänzt nach 1945 | Wohngeprägter Stadtteil südwestlich der Kernstadt, durch die Bahnlinie vom Zentrum getrennt. Der Ort wuchs mit der Industrialisierung ab dem späten 19. Jahrhundert, die Herz-Jesu-Kirche entstand 1932 bis 1934. Neben Wohnhäusern der Jahrhundertwende und der Zwischenkriegszeit stehen Nachkriegsbauten sowie ein Gewerbegebiet mit Hallen und Werkstätten. | Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken, wo sie im durchfeuchteten Außenmauerwerk der Häuser um 1900 auflagern |
| Hammerweg | Eisenbahnersiedlungen ab den 1920er Jahren, Wohnblocks der 1950er bis 1970er Jahre | Zweitgrößter Stadtbezirk rund zwei Kilometer nördlich der Innenstadt, im Osten vom Flutkanal der Waldnaab und im Westen von der Schweinenaab begrenzt. Ab den 1920er Jahren entstanden Arbeitersiedlungen für die Beschäftigten des Bahnbetriebswerks, die Kirche St. Konrad wurde 1937 geweiht. Seit den 1950er Jahren kamen zahlreiche Wohnblocks der städtischen Wohnungsbaugesellschaft hinzu, dazu Industrie- und Logistikhallen. | Feuchte Keller und durchfeuchtete Bodenplatten in der Niederung zwischen Schweinenaab und Waldnaab-Flutkanal, wo der Grundwasserstand hoch steht |
| Mooslohe | 1960er bis 1990er Jahre, einzelne jüngere Baugebiete | Überwiegend durch Wohnbebauung geprägter Stadtbezirk im Westen der Stadt. Ein- und Doppelhäuser sowie Reihenhäuser der Nachkriegsjahrzehnte bestimmen das Bild, ergänzt um jüngere Baugebiete am Rand. | Feuchte Kellerwände, weil die Bauten der 1960er und 1970er Jahre nur einen versprödeten Bitumenanstrich als Abdichtung haben |
| Rothenstadt | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung nach 1950 | Ehemals selbständige Gemeinde südlich der Kernstadt, seit der Gebietsreform 1978 Stadtteil von Weiden. Sitz einer Hofmark, mit der Kirche St. Bartholomäus von 1737 auf mittelalterlichem Kern und der Keckenburg. Um den Dorfkern mit ehemaligen Hofstellen und Scheunen liegen Wohnhäuser der Nachkriegszeit, begrenzt von Bahnlinie und Autobahn. | Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der Scheunen und Stallgebäude der ehemaligen Hofstellen |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?
In Altstadt dominiert Geschlossene Bebauung um Oberen und Unteren Markt mit dem Alten Rathaus in der Mitte. Zwei- bis dreigeschossige Giebelhäuser mit Staffel- und Volutengiebeln, verputztes Bruchsteinmauerwerk, Granit an Sockeln und Gewänden, darunter tiefe Gewölbekeller. Mittelalterliche Substanz ist wegen der beiden Stadtbrände kaum erhalten, große Teile stehen unter Denkmalschutz. aus der Zeit Renaissance nach den Stadtbränden von 1536 und 1540, ergänzt bis ins 19. Jahrhundert. Der häufigste Schaden ist salpeterausblühungen und muffiger Geruch in den Gewölbekellern unter den Giebelhäusern, weil Sohle und Wände nicht abgedichtet sind und die Querlüftung fehlt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Salpeterausblühungen und muffiger Geruch in den Gewölbekellern unter den Giebelhäusern, weil Sohle und Wände nicht abgedichtet sind und die Querlüftung fehlt
- Aufsteigende Feuchtigkeit im Erdgeschossmauerwerk der Renaissancehäuser, erkennbar an hohlliegendem Putz und Salzrändern über dem Sockel
- Risse und Verformungen an den hohen Staffel- und Volutengiebeln, die als wenig ausgesteifte Mauerscheiben Wind und Schlagregen ausgesetzt sind
- Tauwasser und Schimmel hinter nachträglicher Innendämmung, weil die denkmalgeschützte Fassade außen nicht gedämmt werden darf
Postleitzahl 92637.
Welche Bauschäden sind in Rehbühl typisch?
In Rehbühl dominiert Bevölkerungsreichster Stadtbezirk im Nordwesten. Der Stadtteil wuchs in den Jahren des Wiederaufbaus, die Elisabethkirche wurde 1954 für die stark gestiegene Einwohnerzahl geweiht. Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einfamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte, dazu ein Gewerbegebiet und die Porzellanfabrik an der Bahnlinie. aus der Zeit 1950er bis 1970er Jahre. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken an Betonstürzen, Deckenauflagern und Rollladenkästen der Wohnblocks der 1950er und 1960er Jahre, in der Folge Schimmel in den Raumecken. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Deckenauflagern und Rollladenkästen der Wohnblocks der 1950er und 1960er Jahre, in der Folge Schimmel in den Raumecken
- Karbonatisierter Beton und rostende Bewehrung an Balkonplatten und Laubengängen, deren Betondeckung zu gering ausgeführt wurde
- Asbesthaltige Bauteile aus den 1960er und 1970er Jahren wie Faserzement-Wellplatten, Fensterbänke und Bodenbelagskleber
- Schimmel an Außenwänden nach dem Fenstertausch, weil die früher über undichte Fugen laufende Grundlüftung entfallen ist
Postleitzahl 92637.
Welche Bauschäden sind in Lerchenfeld typisch?
In Lerchenfeld dominiert Wohngeprägter Stadtteil südwestlich der Kernstadt, durch die Bahnlinie vom Zentrum getrennt. Der Ort wuchs mit der Industrialisierung ab dem späten 19. Jahrhundert, die Herz-Jesu-Kirche entstand 1932 bis 1934. Neben Wohnhäusern der Jahrhundertwende und der Zwischenkriegszeit stehen Nachkriegsbauten sowie ein Gewerbegebiet mit Hallen und Werkstätten. aus der Zeit Jahrhundertwende und Zwischenkriegszeit, ergänzt nach 1945. Der häufigste Schaden ist fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken, wo sie im durchfeuchteten Außenmauerwerk der Häuser um 1900 auflagern. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken, wo sie im durchfeuchteten Außenmauerwerk der Häuser um 1900 auflagern
- Fehlende Horizontalsperre und aufsteigende Feuchte in den Sockeln der Altbauten, verstärkt durch nachträglich aufgebrachte dichte Zementputze
- Gealterte Bitumenabdichtungen und undichte Anschlüsse an den flach geneigten Dächern der Werkstatt- und Anbauten im Gewerbebereich
- Setzungs- und Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahnstrecke, die zusätzlich ungleich gegründet sind
Postleitzahl 92637.
Welche Bauschäden sind in Hammerweg typisch?
In Hammerweg dominiert Zweitgrößter Stadtbezirk rund zwei Kilometer nördlich der Innenstadt, im Osten vom Flutkanal der Waldnaab und im Westen von der Schweinenaab begrenzt. Ab den 1920er Jahren entstanden Arbeitersiedlungen für die Beschäftigten des Bahnbetriebswerks, die Kirche St. Konrad wurde 1937 geweiht. Seit den 1950er Jahren kamen zahlreiche Wohnblocks der städtischen Wohnungsbaugesellschaft hinzu, dazu Industrie- und Logistikhallen. aus der Zeit Eisenbahnersiedlungen ab den 1920er Jahren, Wohnblocks der 1950er bis 1970er Jahre. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchfeuchtete Bodenplatten in der Niederung zwischen Schweinenaab und Waldnaab-Flutkanal, wo der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Keller und durchfeuchtete Bodenplatten in der Niederung zwischen Schweinenaab und Waldnaab-Flutkanal, wo der Grundwasserstand hoch steht
- Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung bei den Siedlungshäusern der 1920er und 1930er Jahre
- Ungedämmte Massivwände und Wärmebrücken an den Siedlungsbauten der Zwischenkriegszeit, in der Folge Schimmel an Außenwandecken
- Abdichtungs- und Betonschäden an den Flachdächern der Gewerbe- und Lagerhallen, häufig mit stehendem Wasser über verstopften Abläufen
Postleitzahl 92637.
Welche Bauschäden sind in Mooslohe typisch?
In Mooslohe dominiert Überwiegend durch Wohnbebauung geprägter Stadtbezirk im Westen der Stadt. Ein- und Doppelhäuser sowie Reihenhäuser der Nachkriegsjahrzehnte bestimmen das Bild, ergänzt um jüngere Baugebiete am Rand. aus der Zeit 1960er bis 1990er Jahre, einzelne jüngere Baugebiete. Der häufigste Schaden ist feuchte Kellerwände, weil die Bauten der 1960er und 1970er Jahre nur einen versprödeten Bitumenanstrich als Abdichtung haben. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Kellerwände, weil die Bauten der 1960er und 1970er Jahre nur einen versprödeten Bitumenanstrich als Abdichtung haben
- Undichte Flachdächer und flach geneigte Garagendächer mit gealterter Abdichtung, stehendem Wasser und schadhaften Randanschlüssen
- Wärmebrücken an Rollladenkästen, Betonstürzen und auskragenden Balkonplatten der Häuser dieser Baujahre
- Schimmel an Fensterlaibungen nach dem Fenstertausch, wenn die Gebäudehülle dicht gemacht wurde, ohne die Lüftung zu regeln
Postleitzahl 92637.
Welche Bauschäden sind in Rothenstadt typisch?
In Rothenstadt dominiert Ehemals selbständige Gemeinde südlich der Kernstadt, seit der Gebietsreform 1978 Stadtteil von Weiden. Sitz einer Hofmark, mit der Kirche St. Bartholomäus von 1737 auf mittelalterlichem Kern und der Keckenburg. Um den Dorfkern mit ehemaligen Hofstellen und Scheunen liegen Wohnhäuser der Nachkriegszeit, begrenzt von Bahnlinie und Autobahn. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung nach 1950. Der häufigste Schaden ist schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der Scheunen und Stallgebäude der ehemaligen Hofstellen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der Scheunen und Stallgebäude der ehemaligen Hofstellen
- Aufsteigende Feuchte und Salzschäden in den Bruchsteinsockeln der Dorfhäuser, weil eine Horizontalsperre fehlt und die Straßenniveaus im Lauf der Zeit angehoben wurden
- Befall der alten Dachstühle von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden durch Hausbock und Nagekäfer
- Feuchte- und Wärmeschutzmängel beim Umbau von Scheunen und Ställen zu Wohnraum, meist ohne belastbares Feuchtekonzept
Postleitzahl 92637.
Was die Bausubstanz von Weiden in der Oberpfalz prägt
- Zwei Stadtbrände 1536 und 1540 haben den mittelalterlichen Bestand fast vollständig vernichtet. Die Altstadt ist ein Renaissance-Ensemble aus Giebelhäusern über Gewölbekellern, mit dickem Bruchsteinmauerwerk unter Putz und Granit an Sockeln und Gewänden.
- Waldnaab, Flutkanal und Schweinenaab durchziehen das Stadtgebiet. In den Niederungen, unter anderem im Hammerweg und in Rothenstadt, stehen Keller und Bodenplatten unter dauerhaft hoher Bodenfeuchte.
- Starkes Wachstum nach 1945: Rehbühl, Hammerweg und Stockerhut entstanden überwiegend in den 1950er bis 1970er Jahren. Typisch für diese Zeit sind ungedämmte Massivwände, geringe Betondeckung an Balkonen und asbesthaltige Bauprodukte.
- Eisenbahnersiedlungen ab den 1920er Jahren am Hammerweg: einfache Massivbauten mit Bitumenanstrich als Kellerabdichtung und ohne Wärmedämmung.
- Raues Klima der nördlichen Oberpfalz mit vielen Frost-Tau-Wechseln. Granitsockel, Gewände und Außentreppen zeigen häufig Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.